Umgang mit Flaschengas

Wir übernehmen keine Gewähr und Verantwortung über den Inhalt dieser Seite.
Nütze deinen eigenen Verstand.

Was ist denn in der Flasche drin?

In den blauen, kleinen Campingflaschen befindet sich "reines" Butan, in den größeren Flaschen, zu 5, 11, und 33 kg befindet sich ein Gemisch aus Propan und etwa 5% Butan.
Durch den Druck in der Flasche liegt der Inhalt größtenteils flüssig vor, darüber steht das brennbare Gas an. Bei Gasentnahme dampft dann neues Gas aus der Flüssigkeit nach bis diese schließlich ganz aufgebraucht ist. Ein Liter flüssiges Propan dehnt sich als Gas zu 260 Litern aus, 1 Liter Butan zu 220 Litern.

Da das Gas über seine Flüssigkeit steht, muss eine Flüssiggasflasche zur Gasentnahme unbedingt aufrecht stehen!

Propan und Butan sind fossile, organische Stoffe, ähnlich dem Erdöl. Wenn es bei uns ankommt ist es schön verpackt und verbrennt auch sauberer als Öl. Das ist so ähnlich wie der saubere Strom aus der Steckdose. Da wo es produziert wird sieht es alles nicht unbedingt so nett aus und es stecken dieselben Konzerne dahinter, wie beim Öl auch. 

Wie viel ist noch drinnen?

Ein Druckmesser ist völlig ungeeignet zur Messung der in der Flasche befindlichen Gasmenge, da der Druck stark von der Temperatur abhängt und nicht der Stand des flüssigen Gases gemessen wird.

Zuverlässigste Methode ist die Gravimetrische, das heißt das Wiegen der Flasche. Wie viel die leere Flasche wiegt, und wie viel eine komplette Füllung, ist auf allen Flaschen eingestanzt (In etwa wiegen die Flaschen selbst, ungefähr genau so viel wie eine komplette Füllung). Wenn keine Wage zur Verfügung steht, kann man auch nach Gefühl das Gewicht abschätzen. Mit einer zweiten, gleichgroßen Flasche von der man weiß, dass sie ganz voll oder leer ist, lässt sich dies gut durchführen.

Bei größeren Flaschen lässt sich auch durch Abklopfen heraushören, wie hoch die Flüssigkeit stehen mag.

Durch Schwenken der Flaschen lässt sich deutlich fühlen und hören, ob sich überhaupt noch Flüssigkeit in ihr befindet. 

Eingefrorene Flaschen

Im Gegensatz zu Propan gibt Butan in der gewöhnlichen Druckflasche schon ab etwa 0 Grad kein Gas mehr ab. Die blauen Gasflaschen mit Butanfüllung sind also nicht für kalte Temperaturen geeignet. Aber auch bei den üblichen Mischgasflaschen muss beachtet werden, dass der Butananteil bei niedrigen Temperaturen in der Flasche zurückbleibt.

Bei der Gasentnahme verdampft in der Flasche neues Gas aus der Flüssigkeit. Dazu ist Wärme nötig, die aus der Außenluft an die Flasche gelangt. Die Flasche muss Wärme aus der Umgebung aufnehmen können, sonst kühlt sie sich im Inneren soweit ab, bis kein Gas mehr aus der Flüssigfase abdampfen kann. Ohne Wärmezufuhr von außen, würde zum Beispiel eine 11Kg-Gasflasche bei der Entnahme des ersten Kilogramms Flüssiggas, im Innern um 18°C abnehmen.

Eine zu schnelle Gasentnahme ist an starkem Reifansatz auf der Flasche zu erkennen. Hier kommt der Gasfluss letztlich zum Erliegen.

Gas kaufen

Flüssiggas lässt sich als Butan in den kleinen blauen Flaschen oder als Gemisch in eigenen oder geliehenen Flaschen mit 5, 11 oder 33kg Füllung kaufen.

Die blauen Flaschen müssen gekauft werden und können dann jeweils gegen gleiche Gefüllte wieder eingetauscht werden. Für die Füllung bezahlt man jedoch mindestens das Doppelte, als für die gleiche Menge in größeren Flaschen.

Grosse Flaschen können gegen Pfand geliehen werden. Pfandflaschen sind vom Verleiher mit seinem Namen bedruckt, und können nur bei diesem wieder eingetauscht werden. Es gibt auch große graue Flaschen, die gekauft werden, etwa 35 € für 5 Kg-Flaschen, die Größeren sind kaum teurer. Sie haben den Vorteil, bei jedem Händler gegen Volle getauscht werden zu können.

Die Füllung für eine 5 Kg-Flasche kostet zur Zeit etwa 10 bis 15 €. Von Händler zu Händler sind die Preise sehr unterschiedlich und können bis in´s Doppelte reichen.
Bei leeren Flaschen immer das Ventil zudrehen, es könnten noch unverdampfte Reste in der Flasche sein. Um das Ventil beim Transport zu Schützen wird eine Schutzkappe aufgesteckt.

Wie lange reicht eine Flasche?

Bei sämtlichen Gasgeräten ist aufgedruckt wie viel Gas sie verbrauchen. Die Angaben sind in Gramm verbrauchtes Gas pro Betriebsstunde.

Zum Kochen allein darf man mit etwa 20 kg/Jahr rechnen. Heizungen, Kühlschränke, Leuchten laufen ununterbrochen oft nur einige Tage an einer Flasche.

Ist die Flasche leer kommt der Gasfluss innerhalb einiger Sekunden zum Stillstand.

Explosionsgefahr

Propan und Butan sind am Geruch eines extra beigefügten Geruchstoffes deutlich zu erkennen. Gasaustritt ist manchmal auch hörbar. Gas-Luftgemische sind bei einem Anteil von 2% bis 11% Gas in der Luft explosibel.

Propan- und Butangase sind schwerer als Luft, setzen sich also am Boden ab. Bei Verdacht auf ausgetretenes Gas, muss also unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gas über dem Boden abströmen kann. Ein Lüften durch geöffnete Fenster allein ist mangelhaft, Türe öffnen! Sicherheitshalber kann im Bereich der Gasflasche in Bodenhöhe eine Lüftungsöffnung angebracht werden. Gasflaschen nie in Kellerräumen aufbewahren. In schlecht belüfteten Räumen kann sich Gas lange halten.

Bei Gasgeruch: Ventil an der Flasche schließen und gründlich lüften. Das Gas kann eigentlich nur an Flammen bzw. Glut oder Funken elektrischer Geräte explodieren. Abstand halten. Bei einem Brand daran denken, dass Gasflaschen durch ihr Sicherheitsventil gegenüber dem Schlauchanschluss große Stichflammen abgeben können. Dafür wird die Explosionsgefahr wird dadurch weitgehend gemindert (In dieser Hinsicht sind Spraydosen, Benzinkanister und Schweißgasflaschen gefährlicher).

Ein geringfügiger, deutlich riechbarer Gasaustritt beim vor dem entzünden von Geräten oder beim öffnen von Verbindungen ist normal und ungefährlich.

Eine Flasche anschließen

In der Flasche herrscht ein höherer Druck, als er auf die Leitung kommen soll. Bei 25°C beträgt er etwa 9 bar. Deswegen muss zwischen Flasche und Verbraucher ein Druckminderer geschaltet sein. Druckminderer werden direkt an das Flaschenventil aufgeschraubt.

Druckminderer besitzen Verschleißteile und müssen offiziell alle vier Jahre durch neue ersetzt werden. Ein Druckminderer kostet etwa 8 €.

Die meisten gasbetriebenen Geräte arbeiten mit einem Druck von 0,05 oder 0,03 Bar, in der Regel als 50 mbar oder 30 mbar angegeben. Ihr müsst euch entscheiden welches System ihr nutzen wollt. Die Gasflaschen, Leitungen und Anschlüsse sind die gleichen, aber bei den Endgeräten (Heizung, Gaskocher,...) müsst ihr einheitlich Geräte für entweder 30mB oder 50m verwenden. Dazu braucht ihr den passenden Druckminderer. Achtet darauf, dass nichts verwechselt werden kann, auch nicht später im alltäglichen Betrieb. Wollt ihr Geräte mit unterschiedlichen Druck betreiben, müsst ihr sie jeweils getrennt an getrennte Gasflaschen anschließen. 

Als Verbindung zwischen Druckminderer und Verbraucher können sowohl feste Gasleitungen, als auch Gasschläuche verwendet werden. Schläuche sind offiziell meist nur als kurze Zwischenstücke erlaubt. Auf jeden Fall poröse Schläuche unbedingt auswechseln und darauf achten, dass sie nirgends abgeklemmt oder angeschnitten werden können. Schläuche, die der Sonne ausgesetzt sind, werden innerhalb weniger Jahre porös. Ein 2 m langes Schlauchstück mag vielleicht 10 € kosten. Beim Schlauchkauf darauf achten, ob ihr an den Enden Außengewinde oder Überwurfmuttern braucht. Die Größe der Gewinde ist meist einheitlich. Schraubverbindungen für Gasanwendungen sind in Zoll vermessen und besitzen in aller Regel Linksgewinde, also genau andersrum drehen als gewöhnliche Schrauben. Linksgewinde sind mit einer Kerbe gekennzeichnet. Auch wenn die Verbindungen dicht sein sollen, trotzdem nicht dermaßen anziehen, dass niemand mehr die Muttern aufbekommt und Dichtungen total zerquetscht werden.

Selbstverständlich darauf achten, das Flaschenventil nur zu öffnen, solange alles korrekt verbunden ist. Bei Nichtbenutzung der Anlage kann das Ventil sicherheitshalber geschlossen werden. Wenn ihr beim Flaschenwechsel den Schlauch abnehmt, ist leichter Gasgeruch, von dem im Schlauch befindlichen Restgas unbedenklich. Beim Anschluss einer gefüllten Flasche werdet ihr ein Zischen hören, wenn ihr das Flaschenventil aufdreht. Das darf nur eine Sekunde dauern, ansonsten tritt irgendwo Gas aus: Ventil wieder schließen und Fehlerstelle suchen.

Erstickungsgefahr

Erstickungsgefahr besteht weniger vom Gas selbst her, als durch seine Verbrennung. 1 kg Propan benötigt zu seiner Verbrennung 12 Kubikmeter (= 12000 Liter) Luft. Diese Luft strömt gewöhnlich auch in geschlossenen Räumen durch undichte Stellen nach. In besonders abgedichteten Räumen und bei großem Gasverbrauch, kann es aber zu einem Mangel an Brennluft kommen. Als Folge verbrennt das Gas nicht mehr vollständig und es entsteht das sehr giftige Kohlenmonoxid CO (gilt übrigens genauso für andere Brennöfen). Dies giftige Gas ist schwerer als Luft und reichert sich daher vordringlich in Bodennähe an. Besonders gefährlich wird es, wenn am Boden geschlafen wird.

Eine Kohlenmonoxidvergiftung wird nicht sogleich bemerkt. Sie kann im Schlaf zum Ersticken führen, zumindest ist euch ein ganz übler Brummschädel gewiss. Kohlenmonoxid verhindert die Sauerstoffaufnahme des Blutes über Tage hinweg. Deswegen solltet ihr nach einer Vergiftung auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Dies alles gilt übrigens auch für Holz- und Kohleöfen, wo die Gefahr durch Schwelfeuer oft noch größer ist.

Welche Geräte kann ich anschließen?

Kocher, Herde, Kühlschränke, Leuchten, Heizungen...

Kocher gibt es mit verschieden vielen und großen Flammen. Manche besitzen so genannte Zündsicherungen, das heißt, bei erlöschen der Flamme schalten sie die Gaszufuhr nach kurzer Zeit ab, auch wenn der Gashahn noch geöffnet ist. Lästig ist, dass man beim Anzünden immer den Gashahn eine Weile halten muss, bis sich die Sicherung erhitzt hat. Außerdem sind sie nicht billig. Ich mag sie trotzdem unbedingt empfehlen, da sie guten Schutz vor unkontrolliert ausströmendem Gas bieten: Mit herumspielenden Kindern, bei überkochenden Flüssigkeiten und Zugluft. Billige zweiflammige Kocher kosten etwa 50 €, mit Zündsicherung etwa 70 €.

Größere Herde, in denen auch gebacken werden kann funktionieren meist mit Stadtgas. An Flüssiggasflaschen können diese nur betrieben werden, wenn die Düsen umgetauscht werden, was ziemlich teuer kommt.

Gaskühlschränke verbrauchen viel Gas und besitzen nicht die Leistungsfähigkeit gewöhnlicher Kühlschränke.

Gasleuchten brennen sehr hell, doch sie sind oft nicht sehr sicher und sie machen etwas Geräusch.

Heizstrahler oder Katalytheizungen sind für kleinere geschlossene Räume nicht geeignet.
Gasheizungen mit Führung für Zu- und Abluft kommen da eher in Frage. Sie benötigen große Mengen Gas und sind nicht so Leistungsfähig wie ein Holzofen. Rechne damit, dass du für das Gas auch ein mehrfaches ausgeben muss, als wenn du Brennholz kauft. Auf dem Markt ist da eigentlich nur die Truma-Heizung. Mit 3,5 KW kostet sie etwa 250 €, dazu brauchst du noch das Edelstahlabgasrohr (ca. 50 €) Leitung und/oder Schlauch, Druckminderer und eben Gasflaschen.

Zu bedenken ist das alle Gasflammen ohne Abgasabführung Raumluft verbrennen und ihre Abgase an sie abgeben. 

Erstellt auf solar versorgtem System, Stefano, 1995; überarbeitet 2008